Variant DNA

Übersicht

Der Variant DNA Rechner analysiert, wie Fälle durch Ihren Prozess fließen, indem er sie in Prozessvarianten gruppiert. Eine Prozessvariante ist eine eindeutige Abfolge von Aktivitäten, die Fälle vom Anfang bis zum Ende durchlaufen. Dieser Rechner bietet umfassende Statistiken über die Verteilung der Varianten, einschließlich Häufigkeitszählungen, Prozentsätzen und Leistungskennzahlen, und hilft Ihnen zu verstehen, welche Pfade am häufigsten sind und wie sie performen.

Häufige Verwendungszwecke

  • Identifizieren der häufigsten Prozesspfade, um den typischen Fallverlauf zu verstehen
  • Entdecken von Prozessabweichungen und nicht standardisierten Workflows
  • Vergleich der Leistung verschiedener Prozessvarianten
  • Fokussierung von Prozessverbesserungsmaßnahmen auf Varianten mit hoher Frequenz
  • Erkennen von Compliance-Problemen durch Identifikation unerwarteter Prozesspfade
  • Verstehen der Prozesskomplexität durch Analyse der Variantenverteilung

Einstellungen

Für diesen Rechner gibt es keine speziellen Einstellungen außer den Standardfeldern Titel und Beschreibung. Der Rechner analysiert automatisch alle Fälle in Ihrem gefilterten Datensatz und gruppiert sie nach ihrer Prozessvariante.

Beispiele

Beispiel 1: Verständnis der Bestellverarbeitungswege

Szenario: Sie möchten die verschiedenen Pfade verstehen, die Bestellungen durch Ihren Erfüllungsprozess nehmen, und herausfinden, welche Pfade am häufigsten sind.

Einstellungen:

  • Keine zusätzlichen Einstellungen erforderlich – fügen Sie den Rechner einfach Ihrer Analyse hinzu

Ausgabe:

Der Rechner zeigt, dass Ihr Prozess 45 eindeutige Varianten hat:

  • Variante 1 (32,5 % der Fälle): Bestellung anlegen -> Bestand prüfen -> Versand -> Rechnung -> Zahlung
  • Variante 2 (28,3 % der Fälle): Bestellung anlegen -> Bestand prüfen -> Rückstand -> Versand -> Rechnung -> Zahlung
  • Variante 3 (15,2 % der Fälle): Bestellung anlegen -> Bestand prüfen -> Versand -> Rechnung -> Zahlungserinnerung -> Zahlung
  • Restliche 42 Varianten (24,0 % der Fälle): Verschiedene andere Pfade

Durchschnittliche Dauer:

  • Variante 1: 3,2 Tage
  • Variante 2: 8,5 Tage (inklusive Rückstandsverzögerung)
  • Variante 3: 12,1 Tage (inklusive Verzögerung durch Zahlungserinnerung)

Erkenntnisse: Die Top 3 Varianten machen 76 % aller Bestellungen aus. Variante 2 zeigt deutlich längere Dauer aufgrund der Rückstandsverarbeitung, während Variante 3 Probleme beim Zahlungseinzug aufzeigt. Dies hilft, Verbesserungsmaßnahmen auf das Bestandsmanagement-System (Variante 2) und den Prozess der Zahlungserinnerung (Variante 3) zu fokussieren.

Beispiel 2: Compliance-Analyse in der Rechnungsverarbeitung

Szenario: Sie möchten überprüfen, ob Rechnungen dem genehmigten Three-Way-Match-Prozess folgen und Abweichungen identifizieren.

Einstellungen:

  • Keine zusätzlichen Einstellungen erforderlich

Ausgabe:

Der Rechner zeigt 12 verschiedene Prozessvarianten:

  • Variante 1 (68 % der Fälle): Rechnung empfangen -> Bestellung abgleichen -> Wareneingang abgleichen -> Genehmigen -> Bezahlen
  • Variante 2 (18 % der Fälle): Rechnung empfangen -> Bestellung abgleichen -> Genehmigen -> Bezahlen (Wareneingang-Abgleich fehlt)
  • Variante 3 (8 % der Fälle): Rechnung empfangen -> Genehmigen -> Bezahlen (es fehlen alle Abgleichsschritte)
  • Variante 4 (6 % der Fälle): Rechnung empfangen -> Bestellung abgleichen -> Wareneingang abgleichen -> Nacharbeit -> Bestellung abgleichen -> Genehmigen -> Bezahlen

Durchschnittliche Dauer:

  • Variante 1: 5,2 Tage (Standardprozess)
  • Variante 2: 3,8 Tage (schneller, aber nicht regelkonform)
  • Variante 3: 2,1 Tage (am schnellsten, aber mit höchstem Risiko)
  • Variante 4: 12,5 Tage (inklusive Nacharbeit)

Erkenntnisse: Nur 68 % der Rechnungen folgen dem regelkonformen Three-Way-Match-Prozess. 26 % der Rechnungen in den Varianten 2 und 3 umgehen erforderliche Kontrollen, was trotz schnellerer Bearbeitung ein Prüfungsrisiko darstellt. Die 6 % mit Nacharbeit (Variante 4) weisen auf Datenqualitätsprobleme hin, die untersucht werden müssen. Diese Analyse hilft, Compliance durchzusetzen und gleichzeitig zu verstehen, weshalb Anwender Kontrollen umgehen.

Beispiel 3: Messung der Prozessstandardisierung

Szenario: Nach der Umsetzung einer Prozessstandardisierungsinitiative möchten Sie messen, ob weniger und stärker standardisierte Pfade durchlaufen werden.

Einstellungen:

  • Vergleich der Ergebnisse vor und nach der Standardisierungsinitiative

Ausgabe:

Vor der Standardisierung:

  • 87 eindeutige Varianten
  • Top 5 Varianten: 45 % der Fälle
  • Top 10 Varianten: 62 % der Fälle
  • Durchschnittliche Dauerstreuung der Varianten: 4–18 Tage

Nach der Standardisierung:

  • 34 eindeutige Varianten (61 % Reduktion)
  • Top 5 Varianten: 78 % der Fälle (plus 33 Prozentpunkte)
  • Top 10 Varianten: 91 % der Fälle (plus 29 Prozentpunkte)
  • Durchschnittliche Dauerstreuung der Varianten: 5–9 Tage (konsequenter)

Erkenntnisse: Die Standardisierungsinitiative hat die Prozesskomplexität erfolgreich reduziert. Mehr Fälle folgen nun standardisierten Pfaden (78 % vs. 45 % in den Top 5 Varianten), und die Leistung ist mit engeren Dauerausprägungen besser vorhersagbar. Die verbleibenden 22 % der Fälle mit nicht standardisierten Varianten können einzeln analysiert werden, um zu bestimmen, ob sie legitime Ausnahmen oder Chancen für weitere Standardisierungen darstellen.

Beispiel 4: Identifikation von Nacharbeitsmustern nach Variante

Szenario: Sie möchten verstehen, welche Prozesspfade die meisten Nacharbeitsaktivitäten enthalten.

Einstellungen:

  • Keine zusätzlichen Einstellungen erforderlich

Ausgabe:

Der Rechner identifiziert Varianten mit wiederholten Aktivitäten:

  • Variante 1 (40 %): Standardpfad ohne Nacharbeit – 4 Aktivitäten, durchschnittlich 3,2 Tage
  • Variante 5 (12 %): Enthält doppelte „Dokumente überprüfen“ – 6 Aktivitäten, durchschnittlich 8,1 Tage
  • Variante 8 (8 %): Enthält dreifache „Kreditprüfung“ – 8 Aktivitäten, durchschnittlich 11,5 Tage
  • Variante 12 (5 %): Enthält doppeltes „Genehmigen“ nach Ablehnung – 7 Aktivitäten, durchschnittlich 9,8 Tage

Erkenntnisse: Varianten mit Nacharbeitsmustern weisen deutlich längere Dauer auf. Die doppelte „Dokumente überprüfen“ in 12 % der Fälle deutet auf Qualitätsprobleme bei der Dokumentation hin. Die dreifache „Kreditprüfung“ in 8 % der Fälle weist entweder auf unvollständige Kreditinformationen oder sich ändernde Kundensituationen hin. Durch Klicken auf einzelne Varianten können Sie die spezifischen Fälle anzeigen und Ursachen erforschen.

Beispiel 5: Analyse regionaler Prozessvarianten

Szenario: Sie möchten vergleichen, wie unterschiedliche regionale Niederlassungen dieselbe Art von Fällen bearbeiten.

Einstellungen:

  • Zuerst Filter auf Region A setzen, Variant DNA ausführen
  • Dann Filter auf Region B setzen, Variant DNA ausführen
  • Variantenverteilungen vergleichen

Ausgabe:

Region A:

  • 15 eindeutige Varianten
  • Top-Variante: 65 % der Fälle folgen Standardpfad
  • Durchschnittliche Dauer: 4,5 Tage

Region B:

  • 38 eindeutige Varianten
  • Top-Variante: 28 % der Fälle folgen Standardpfad
  • Durchschnittliche Dauer: 7,2 Tage

Erkenntnisse: Region A zeigt eine deutlich bessere Prozessstandardisierung mit 65 % der Fälle, die denselben Pfad folgen, während Region B eine hohe Prozessvariabilität aufweist. Die längere durchschnittliche Dauer in Region B (7,2 Tage vs. 4,5 Tage) korreliert mit der geringeren Standardisierung. Dies legt nahe, dass die Verfahren aus Region A in Region B geteilt werden sollten oder dass Region B komplexere Falltypen bearbeitet, die untersucht werden müssen.

Ausgabe

Der Rechner bietet mehrere Ansichten der Varianten-Daten:

Variantentabelle: Zeigt jede Variante mit den folgenden Spalten:

  • Variantenname: Kennzeichnung der Prozessvariante (Variante 1, Variante 2, usw.)
  • Anzahl: Anzahl der Fälle, die dieser Variante folgen
  • Prozent: Prozentsatz der Gesamtfälle, die dieser Variante folgen
  • Kumulativer Prozentsatz: Laufende Gesamtprozentzahl, sortiert nach Häufigkeit (nützlich für Pareto-Analysen)
  • Durchschnittliche Dauer: Mittlere Dauer für Fälle dieser Variante

Interaktive Funktionen:

  • Auf eine Variante klicken: Detailansicht der Aktivitätssequenz und aller Fälle dieser Variante anzeigen
  • Sortierfunktionen: Klicken Sie auf die Spaltenüberschriften, um nach Häufigkeit, Prozentsatz oder Dauer zu sortieren
  • Exportoptionen: Exportieren Sie Variantendaten zur weiteren Analyse in externen Tools

Variantendetails: Wenn Sie auf eine spezifische Variante klicken, sehen Sie:

  • Die vollständige Aktivitätsfolge dieser Variante
  • Einzelne Fälle dieses Pfades
  • Verteilung der Fallzeiten innerhalb der Variante
  • Möglichkeit, Filter zu erstellen, um Fälle bestimmter Varianten zu isolieren

Diese Dokumentation ist Teil der mindzie Studio Process Mining Plattform.